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Erziehung und Grundgehorsam

Das Wunderbare an Hunden ist, dass sie die Fähigkeit und auch den Wunsch haben, mit dem Menschen zusammenzuleben!

1. Buffy und die Akelei

Der Weg zum sozial- und umweltverträglichen Begleiter

… ist indes ein individueller Entwicklungsprozess, der fortlaufend stattfindet, ja sogar im Schlaf, wenn der Hund seine Erlebnisse auch psychisch verarbeitet. Diese Entwicklung zu unterstützen, zu fördern und in gewünschte Bahnen zu lenken, nenne ich Erziehung.

2. Welpenaugen

Erziehung durch Beziehung oder Beziehung durch Erziehung?

Wie immer man es dreht und wendet, die wirklich wichtige Frage ist eine ganz andere, nämlich welche Art von Beziehung man mit seinem Hund überhaupt eingehen möchte.

Oft sieht man es Hunden an, dass sie zwar irgendwie gehorchen, sich aber alles andere als sicher und wohl dabei fühlen. Oder – das entgegengesetzte Extrem – dass sie, nach allen Regeln der Kunst dressiert, die unsinnigsten Kommandos befolgen, nur um an Futter oder Spielzeug zu kommen. Auch das finde ich bedenklich, denn Hunde wollen ihre Umwelt verstehen, um aus ihrer Sicht sinnvoll darauf reagieren zu können. Erziehungs- und Trainingsmethoden, die keine Rücksicht auf Gefühle und Verstand eines Hundes nehmen, wirken sich in jedem Fall nachteilig auf die Beziehung des Hundes zur Bezugsperson aus.

Wer hingegen lernt, seinen Hund mit Verständnis und Kenntnis zu führen, wird mit der schönen Erfahrung belohnt, dass es eben die vielen kleinen Fortschritte und Erfolgserlebnisse sind, an denen man in Vertrauen und Freundschaft zusammenwächst. Wer braucht da noch den perfekt funktionierenden Hund?!

3. Lisa mit Leine o. Autonummern

Das Gehen an lockerer Leine

Welchen Unterschied kann es nun machen, wenn ich bei der Erziehung den Bedürfnissen meines Hundes ein Stück weit entgegen komme? Dazu ein Beispiel anhand der Leinenführigkeit.

Da diese oft mit einer „bei-Fuß“ Übung verwechselt wird, werden bereits Welpen und Junghunde an viel zu kurzen Leinen geführt, wodurch sie praktisch gezwungen sind, dem Halter am Bein zu kleben. Aus Hundesicht lernt man dabei schnell, dass man den eigenen Interessen nur nachgehen kann, wenn man eben – zieht! Dermaßen knapp gehalten und bei jeder Gelegenheit zurückgezogen, wird so ein Spaziergang für den Hund zur Tortur, bei der er seine gesamte Umgebung, natürlich auch den Menschen am anderen Ende der Leine, nur mehr auf unangenehmste Weise wahrnimmt! Hinzu kommt, dass insbesondere der Zug an einem Halsband die freie Atmung verhindert und jeder Ruck Schmerzen verursacht. Um dieser Situation zu entkommen, zieht er nur noch mehr – weg! Der Mensch zieht dann zurück. Ein Teufelskreis entsteht.

Verwende man hingegen von Anfang an ein gut angepasstes Brustgeschirr in Kombination mit einer längeren Leine (zumindest 3 Meter), und gäbe dem Hund Spielraum und Zeit zum Schnüffeln und Erkunden seiner Umwelt hat, dann würde sich das Gehen an lockerer Leine – die Leinenführigkeit – bei den meisten Hunden ganz von selbst einstellen.

ACE in Bernau

Wenn ich also möchte, dass mein Gefährte lernt auf mich zu achten, muss ich zuerst einmal auf seine Bedürfnisse achten!

4.1 Jingels fragend Ganzkörper

Der Grundgehorsam

Das Erlernen der wichtigsten Signale (Rückruf, Richtungsanweisung, Warte, zur Seite, Bleib, …) ist in jedem Fall ratsam, denn sie erleichtern uns eine klare und direkte Kommunikation in all jenen Situationen, in denen ein Hund nicht selbst entscheiden kann oder darf.

Mein Training zum Grundgehorsam basiert auf einfachen und logisch aufgebauten Schritten. Dabei lernen Sie Hör- und Sichtzeichen, Körpersprache und weitere Formen der Kommunikation und Motivation wirkungsvoll anzuwenden und diese auch situationsbezogen sinnvoll einzusetzen. Für den Hund wird jede neue Lernaufgabe so gestaltet, dass es ihm von Anfang an leicht fällt, das von uns gewünschte Verhalten zu zeigen. Durch Üben mit Variationen, in verschiedenen Situationen, werden die erlernten Signale gefestigt.

Über die Zeit wird Ihr Hund erfahren, dass er Ihren Anweisungen vertrauen kann, weil Sie ihn vorausschauend, fair und konsequent führen. Dann wird er sich auch in schwierigen Momenten gerne an Ihnen orientieren.

5. Kelly im Wald

Freiraum mit Verantwortung

Und schließlich können wir uns mit einem folgsamen Hund auch in der Öffentlichkeit, in einer zunehmend restriktiven und hundefeindlich eingestellten Gesellschaft, als eigenverantwortliche Halter präsentieren und so auf mehr Akzeptanz und Verständnis hoffen. Zum Beispiel, wenn wir unseren Begleiter mit gutem Gewissen ableinen möchten, weil er sich eben zuverlässig zurückrufen lässt.

6. Kelly mit Ausblick Quadrat

Für einen Hund bedeutet Gehorsam daher immer auch, dass er letztendlich mehr Freiheit genießen darf!